Ausbau von Photovoltaik und Energieeffizienz
Die direkteste Form der Kostensenkung ist die Vermeidung von Netzbezug. Der Ausbau von eigenen Photovoltaikanlagen (PV) auf Hallendächern reduziert die Abhängigkeit von Marktschwankungen. Wenn diese Eigenstromerzeugung mit konsequenten Energieeffizienzmaßnahmen – idealerweise gesteuert durch ein Energiemanagementsystem – kombiniert wird, lässt sich die tägliche Grundlast des Betriebs dauerhaft und messbar senken.
Intelligente Portfoliobeschaffung statt starrem Fixpreis
Die klassische Strombeschaffung über starre Festpreisverträge (Fixpreise) bietet zwar eine hohe Planungssicherheit, beinhaltet in der Regel jedoch Risikoaufschläge der Versorger. Auf der anderen Seite birgt die reine Beschaffung am kurzfristigen Spotmarkt (der Strombörse) das Risiko starker Preisschwankungen.
Ein moderner Ansatz ist die sogenannte Portfoliobeschaffung. Hierbei wird der Gesamtbedarf strategisch aufgeteilt: Ein Teil wird über langfristige Stromlieferverträge für Ökostrom (sogenannte Power Purchase Agreements, kurz PPA) preislich abgesichert, ein weiterer Teil in festgelegten Teilmengen (Tranchen) eingekauft und die verbleibende Menge flexibel am Spotmarkt beschafft. Inzwischen ermöglichen spezialisierte Anbieter auch mittelständischen Unternehmen Zugang zu diesen datengestützten Strategien, die lange Zeit primär großen Industriekonzernen vorbehalten waren.
ℹ️ Gut zu wissen: Portfoliobeschaffung als Schlüssel zur nachhaltigen Kostensenkung
Der Industriestrompreis garantiert keinen pauschalen Strompreis von 5 ct/kWh. Trotzdem landen manche Unternehmen am Ende tatsächlich ganz nah dran – nämlich die, deren Beschaffungsstrategie bereits heute unter 8 ct/kWh liegt.
Solche Preise sind heutzutage kein Privileg großer Konzerne mehr. Auch mittelständische Betriebe erreichen sie, indem sie mit modernen Energieversorgern zusammenarbeiten, die sogenannte Portfolioversorgung anbieten.
In der Portfolioversorgung erstellt der Versorger auf Basis des individuellen Verbrauchsprofils einen maßgeschneiderten Mix aus langfristigen Verträgen mit Wind- oder Solarparks (PPAs), fest eingekauften Mengen zu günstigen Zeitpunkten und flexiblem Einkauf am tagesaktuellen Strommarkt (Spotmarkt). Durch diesen zugeschnittenen Mix lassen sich Beschaffungskosten deutlich senken.
Lastspitzen kappen mit Batteriespeichern
Ein wesentlicher Teil der industriellen Stromrechnung entfällt auf die Netzentgelte – also die Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes. Bei leistungsgemessenen Industriekunden richten sich diese Entgelte oft nach der höchsten aufgetretenen Leistungsspitze im gesamten Abrechnungsjahr.
Hier setzen industrielle Batteriespeicher an: Durch die sogenannte Lastspitzenkappung (Peak-Shaving) puffert der Speicher den Strombezug ab. Er springt in Millisekunden ein, wenn Maschinenanlagen hochfahren und besonders viel Strom benötigen. Das Stromnetz registriert diese extreme Spitze nicht, wodurch die jährlichen Netzentgelte des Unternehmens maßgeblich sinken.
Nachfrageflexibilität und Kapazitätsvermarktung
Ein leistungsstarker industrieller Stromanschluss bietet in Kombination mit einem Speicher oft ungenutzte wirtschaftliche Potenziale. Industrieunternehmen befinden sich hierbei in einer privilegierten Lage in Bezug auf zeitlichen Arbitrage-Handel. Neben der Netzentgeltreduzierung ermöglicht ein Batteriespeicher nämlich die aktive, automatisierte Teilnahme am Strommarkt. Das Prinzip ist wirtschaftlich effizient und durch spezialisierte Anbieter vollautomatisch ohne Mehrpersonal abbildbar: Der Speicher wird in Stunden mit sehr günstigen oder negativen Strompreisen – beispielsweise am frühen Morgen bei hoher Wind- und Solareinspeisung in das Netz – geladen.
Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Preise an der Strombörse wieder steigen und der Strom nicht unmittelbar für die eigene Fabrik benötigt wird, verkauft das System diese gespeicherte Energie automatisch mit Gewinn an den Markt. Um dies umzusetzen, nutzen spezialisierte Firmen aufwendig programmierte KI-Algorithmen. Diese werten Preissignale der Strombörse vorausschauend aus und stimmen sie in Echtzeit mit der historischen und aktuellen Produktionslast des jeweiligen Unternehmens ab.
Fragen & Antworten
Werden auch der Dienstleistungssektor, der Handel oder Handwerksbetriebe gefördert?
Bin ich berechtigt? Wie prüfe ich, ob mein Unternehmen den Industriestrompreis bekommt?
Gibt es einen Mindestverbrauch, den mein Unternehmen erreichen muss?
Was ist der Unterschied zwischen der Teilliste 1 und 2 der KUEBLL?
Was zählt als Unternehmensgruppe im Rahmen des Antrags?
Was ist diese KUEBLL-Liste und wie finde ich mich darauf?
Was ist ein WZ-Code und warum ist er für den Antrag so entscheidend?
Welcher Zeitpunkt ist entscheidend für meine Einstufung im Wirtschaftszweig?
Sind meine Tochtergesellschaften automatisch auch berechtigt?
Was passiert mit der Förderung, wenn mein Unternehmen Insolvenz anmeldet?
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